«Polepole» sagt unser Tauchguide Rassam, was so viel heisst wie «immer mit der Ruhe» Wir sitzen in einer Tauch-Dow, einem traditionellen Holzschiff, bereit zum Briefing. «Zuerst wird die Strömung noch etwas rausziehen, dann ist nichts und am Ende des Tauchgangs zieht es schon wieder ordentlich rein.»
Wie alle Tauchgänge hier richtet sich auch dieser am Kinasi-Pass nach den Gezeiten. Alle Tauchgänge passieren rund um «Slack-Tide» dem Gezeitenwechsel. «Sonst würde es einen wegblasen.» meint Rassam.
Wir haben in den vergangenen Tagen schon einige Tauchgänge an den Riffen der Chole-Bay gemacht, dieser riesigen Bucht auf der Ostseite von Mafia Island. Und überall waren wir hingerissen von den schönen Riffen und den vielen Fischen, manchmal sogar sehr viele Fische. Und immer wieder mal tauchen Zackenbarsche auf, Stachelrochen und auch Napoleonfische, alle ziemlich gross.
Die Erklärung für diesen Reichtum liegt auf der Hand: Ein grosser Teil der Gewässer um Mafia ist seit über 30 Jahren ein geschützter Marine Park. Teil davon ist auch die Chole Bay, wo fast alle Tauchgänge stattfinden. Im Winterhalbjahr kann man auch rausfahren und Aussenrifftauchgänge machen. Alles liegt eingebettet im Marine Park. Ausser die Walhaie – mit denen schnorchelt man auf der anderen Inselseite!
Mafia liegt in der Linie vorgelagerter Inseln an der Küste Tansanias: Pemba, Sansibar, Mafia. Die Tauchgründe sind hier klar die besten. Man kommt auch ziemlich gut hin. Nach einer Anreise über Dar es Salaam erreichen die Inlandflüge in nur 30 Minuten Mafia. Zeitverschiebung zu Europa: 1 Std. Kein Jetlag - welch ein Segen!
Die Insel hat sich – dank des fehlenden internationalen Flughafens - seine Ursprünglichkeit bewahrt. Zimmer abschliessen? Wozu – hier wird nicht geklaut. Es gibt Hotels in allen Kategorien, eines haben sie aber gemeinsam: Klein und fein, max. 20 Zimmer - weit und breit kein Massentourismus. Wir sind ganz hingerissen von dieser Destination: Gut erreichbar, grossartiges Tauchen, gesunder Tourismus und ein tolles Preis-Leistungsverhältnis. Wow!
Unterdessen sind wir für den Tauchgang fertig angezogen und Rassam lässt uns über Bord springen, rein in den indischen Ocean. Dieser Tauchgang ist etwas Besonderes, im Kinasi-Pass taucht man nicht für Korallen und Riff-Fische. Schwärme von Stachelmakrelen, Fledermausfischen, Schnappern, das ist das Ziel – und alles war für uns da! Dazu die grössten Zackenbarsche der Chole Bucht. «Ach, das waren noch kleine» meint Rassam am Ende des Tauchgangs. «Die richtig grossen sind so lange wie ein Schulbus» sagt`s und lacht sein helles Lachen. Echt? Jetzt mal immer mit der Ruhe – «Polepole»