Bitte Gurte anschnallen, dem Piloten vertrauen und trotzdem beten.
Saba’s Flughafen ist bekannt für seine extrem kurze Landebahn, umgeben von Klippen. Nur 400 Meter, es ist echt nicht viel. Wir sehen durch das Bullauge, der grösste Teil der Insel ist von ihrem Vulkan eingenommen. Das ist nicht das typische Strandbild der Karibik, so viel ist sicher. Der Weg zum Juliana’s Hotel zeigt schnell, wir sind auf einem speziellen Ort gelandet. Es geht mit dem Auto steil rauf und die Strasse ist schmal. Die Cottages, charakteristisch für Saba, mit rotem Dach, weisser Schindelfassade und grünen Fensterläden sehen alle gleich aus, der Anblick erinnert an ein Puppenhaus.
Zum Tauchcenter Sea Saba am nächsten Tag geht es dann steil runter zum Hafen. Wir fahren raus für zwei Tauchgänge, Ladder Drift steht auf dem Programm.
Eines Tages haben hier Tauchguides Lionsfische gejagt, sie in einem Netzkorb gesammelt, unter dem Boot gebunden und sind dann weiter getaucht. Ein kleiner Ammenhai fand die Fische und verspreiste sie fast alle. Seitdem ist er sehr oft da anzutreffen. Die Guides nennen sie Tammy.
Tammy kam immer wieder zu uns zurück. Ja, Tammy schwimmt sogar unter Martina, während sie die Kamera in den Händen hält. Das Tauchen auf Saba überrascht und die Unterwasserlandschaft begeistert uns. Jeder Tauchgang ist anders, heute Morgen diese hohen Felsformationen, jetzt das Plateau, dazu Korallen, die ich sonst nirgends gesehen habe.
Statia hingegen zeigt uns eine ganz andere Welt. Wir wären gerne länger auf Saba geblieben, aber die Reise geht weiter und es stellt sich später heraus, dass die Kombination der beiden Inseln eine perfekte Mischung ist.
Tapetenwechsel: Die Strasse entlang des Old Gin House Hotels ist gerade und das Tauchcenter liegt nur wenige Schritte entfernt, direkt am Meer. Der schwarze Sandstrand nebenan erinnert an den vulkanischen Ursprung der Insel.
Mit Scubaqua starten wir ebenfalls vom Hafen aus für zwei Tauchgängen am Morgen. Die Vielfalt der Meeresfauna macht uns sofort klar, dass wir uns in einem Nationalpark befinden. Unglaublich. Am ersten Tag haben wir viel Spass beim Tauchen am Chien Tong, einem taiwanesischen Schiff, das Mitte der 2000er Jahre absichtlich versenkt wurde.
Marieke schlägt uns für unseren letzten Tag einen Nachttauchgang auf der Chien Tong vor. OK. Nachts nennen wir den Tauchplatz übrigens «Turtle Hotel», sagt sie. Ach ja?
Wir haben tatsächlich aufgehört, die Schildkröten zu zählen. Das hatten wir nicht erwartet und so etwas ist uns noch nie passiert. Meerschildkröten schlafen, indem sie sich in den Höhlen und Ecken des Wracks einklemmen. Sie finden hier geschützte Plätze und ihr Herzschlag verlangsamt sich zur Erholung.
Wir machen auch lustige Begegnungen, wie zum Beispiel die Schwammkrabbe, die mit ihren Hinterbeinen einen Schwamm auf dem Rücken trägt. Es war einer der besten Nachttauchgänge, die wir jemals gemacht haben. Was für ein Abschluss!